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Bodenübersichtskarte

1 Technische Hinweise

 

Die Farben der Legende der Grundkarte enthalten aus technischen Gründen keine Raster, wie sie zur besseren Unterscheidung bei gedruckten Karten üblich sind. Damit sind bei gegebener Anzahl der Legendeneinheiten nicht immer alle Legendeneinheiten sicher unterscheidbar. Die differenzierten Legendeninhalte können aber durch Klick in die betreffende Fläche angezeigt werden.

 

Die abgegrenzten Flächen mit ihrer Legendenzuordnung stellen Bodenformengesellschaften mit einem durchschnittlich Bodenformeninventar dar, das bei einer konkreten Fläche in seinen Anteilen abweichen kann.

 

Die Konturen der Flächen entsprechen in ihrem Generalisierungsgrad einer Übersichtskarte. Bei Visualisierung mit verschiedenen Topographien kann es deshalb je nach Zoomstufe zu mehr oder weniger großen Abweichungen, z. B. in Bezug zu Gewässern kommen. Die Abb. 1 zeigt am Beispiel des topographischen Elementes der Spree im Maßstab 1 : 50 000, dass die den Fluss begleitenden Böden sich an der Topographie des größeren Übersichtsmaßstabes orientieren. Auswertungen für größere Maßstabsbereiche sind deshalb aus fachlicher und topographischer Sicht nicht ratsam. Die Darstellungen in der Karte entbinden nicht von der Pflicht projektbezogener bodengeologischer Untersuchungen.

 

Bild 1.bmp

 

Abb.1: Darstellung der Übersichtskarte mit einer Topographie im Maßstab 1 : 50 000

Aus technischen Gründen und wegen der Nutzung der Grundkarte in Verbindung mit verschiedenen Topographien wurden die Konturen gewissermaßen unter Gewässern geschlossen, so dass erst die Verschneidung mit einer Topographie die annähernde Flächengröße einer Kontur ergibt. Damit wurden Zwickelflächen zwischen inhaltlichem und topographischem Inhalt vermieden (s. Abb. 2 und 3).

Bild 2.bmp

 

Abb. 2: Darstellung der Bodenübersichtskarte mit einer Topographie 1 : 300 000

 

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Abb. 3: Darstellung der Bodenübersichtskarte ohne jegliche Topographie (Markierung zeigt Flächenschluss unter der Topographie des Parsteiner See aus Abb. 2)

 

Bei dieser Karte befindet sich oberhalb des Kartenbildes ein Buttom mit ein Blitzzeichen. Aktiviert man diesen Buttom werden Links innerhalb der Karte aktiv. Klickt man in eine der Flächen, wird der Inhalt der jeweiligen Legendeneinheit angezeigt. Wiederum innerhalb dieses Textes kann es blau markierte Links geben, die z. B. ein Bild des betreffenden Bodens zeigen. Bei den grünen Punkten in der Karte werden zusätzlich Bodenbeschreibungen dargestellt.

2  Ziel der Karte

Mit der Karte wurde eine flächendeckende Bodenübersichtskarte des Landes Brandenburg erstellt. Diese Karte liefert einen Überblick über die wesentlichen Böden des Landes. Trotz des mittleren Maßstabes und der Aggregierung der Inhalte ist sie i.d.R. detaillierter als Bodenübersichtskarten anderer Länder.

Einerseits werden Nutzerinteressen nach einer flächendeckenden Karte befriedigt, andererseits ist der mittlere Maßstab für Kreis- und Landesaufgaben geeignet, bevor eine flächendeckende Bodenkarte 1 : 50 000 für Bran­denburg erstellt ist. Die Karte ist digital. I. d. R. werden digitale Kartenwerke nicht nur in dem ursprünglichen Zielmaß­stab genutzt, sondern auch auf größere Maßstäbe projiziert, solange ein Kartenwerk im größeren Maßstab fehlt. Deshalb gibt diese Karte nicht nur eine Über­sicht, sondern liefert bereits Grundlagen für konkrete Aufgaben wie z. B. die Landes-, Bodenschutz- oder Raumplanung auf Kreis- und  Landesebene.

3  Grundlagen

Für die Kartenerstellung wurden die alle zum Zeitpunkt der Erstellung recherchierten und verfügbaren Quellen verwendet. Inhalt, Qualität und Flächendeckungsgrad dieser sind sehr unterschiedlich und haben deshalb auch in sehr verschiedenem Maße zum Entstehen der Karte beigetragen. Priorität hatten die Aussagen jener Unterlagen, die eine hohe Auflösung auf Basis sehr detaillierter Geländebefunde haben. Dazu zählen vor allem die Geologische Karte 1 : 25 000, die digitale Bodenschätzung und die Forstliche Standortskartierung 1 : 10 000 sowie in Teilen großmaßstäbige Moorkartierungen.

Trotzdem gibt es in kleineren Anteilen Brandenburgs wenige Grundlagen für eine sichere Interpretation, z. B. in Siedlungsgebieten oder Gebieten ehemaliger Truppenübungsplätze. Das bedeutet, dass es nach den unten beschriebenen Regeln für die Erstellung der Karte eine unterschiedliche Aussageverlässlichkeit der Kartenangaben für die Flächen gibt. Geringe Genauigkeiten konnten im Rahmen dieser Übersichtskartierung nur in Ausnahmefällen durch Geländeuntersuchungen erhöht werden. Dies bleibt einer Kartierung im Maßstab 1 : 50 000 vorbehalten. Laufende Geländebefunde während der Kartenerstellung dienten aber auch in Gebieten mit fehlenden Unterlagen der Absicherung von Interpretationen und der Legendenzuordnung. Neuere Geländebefunde, aufgenommen nach Regeln der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 5. Auflage, Hannover 2005, dienten generell der Verifizierung bodenkundlicher Interpretationen der Altunterlagen. Fehlende Aussagen wegen regional nicht vorhandener Unterlagen wurden durch Analogieschlüsse ergänzt. Für die betreffenden Areale wurden Kartengrundlagen in kleineren Maßstäben interpretiert. Die Mittelmaßstäbige Landwirtschaftliche Standorterkundung (weiter MMK) wurde vorrangig zur inhaltlichen Charakterisierung herangezogen, weil sie i. w. eine Ableitung aus bereits genannten Unterlagen mit sehr unterschiedlich intensiven Geländeuntersuchungen war. Luftbilder und das ATKIS - Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem - lieferten Hinweise zur aktuellen anthropogenen Inanspruchnahme der Böden. Insbesondere der Bebauungstyp und der Flächendeckungs-/Versiegelungsgrad lassen Schlussfolgerungen über die Intensität der anthropogenen Überprägung zu. Das aktuelle digitale Geländemodell für Brandenburg (DGM 25 und in Teilen DGM 5) wurde in den verschiedenen Aufbereitungsformen bei der bodenkundlichen Interpretation der Bodenausprägungen verwendet. Insbesondere liefert das Modell Interpretationsansätze zu Arealen mit Bodenab- und -auftrag sowie möglichen reliefbedingten Vernässungsbereichen.

4  Entstehung

Alle kartographischen Unterlagen, teils als gedruckte Karten, teils als Manuskripte oder als Zuarbeiten Dritter wurden in den Manuskripten berücksichtigt. Die Auswertungen bzw. bodenkundlichen Interpretationen wurden entweder sofort in digitalen oder analog erstellten Manuskripten festgehalten. Der Arbeitsmaßstab 1 : 25 000 bei den analogen Manuskripten entsprach in etwa auch dem der digitalen Bearbeitung. Die Konturen wurden auf ihnen bereits für den Zielmaßstab entworfen und berücksichtigen weitgehend den Endmaßstab. Mit der Manuskripterstellung erfolgte eine auf die Einzelflächen bezogene inhaltliche Kennzeichnung zur Identifikation von Kartiereinheiten. In Anlehnung an die Bodenkundliche Kartieranleitung, 5. Auflage, Hannover 2005, wurden die Konturen nach einheitlichen Kriterien abgegrenzt:

·         Bildung möglichst homogener Kartiereinheiten auf der Grundlage der jeweils für das Gebiet zur Verfügung stehenden Unterlagen;

·         Abgrenzung heterogener Kartiereinheiten aus Darstellungsgründen;

·         Abgrenzung, wenn Inhalt (Bodenformeninventar) und Struktur (Flächenanteile der Bodenformen und/oder ihr Verteilungsmuster) der Bodendecke von benachbarten Flächen unterscheidbar sind.

Die Konturen wurden für den Endmaßstab entworfen, was eine entsprechende Generalisierung und Flächenaggregierung gegenüber großmaßstäbigen Unterlagen zur Folge hatte. Nachdem die digitalen Konturen für die Kartiereinheiten (Einzelflächen) vorlagen, wurden diese inhaltlich beurteilt und über mehrere Schritte Legendeneinheiten zugeordnet (s. u.).

Um zu einer landesweiten Legende zu gelangen, wurde eine Schlüsselliste zur Codierung von blattschnittsfreien Generallegendeneinheiten entwickelt. Letztere stellen inhaltliche Zusammenfassungen nach feststehenden, vergleichbaren und ergänzbaren Kriterien dar (erweiterbares Zuordnungsregelwerk). Dieses unten näher erläuterte Regelwerk liefert in einem für diesen Zweck 5-stufigen Arbeitsgang im Ergebnis Einzelflächenzuordnungen zu Generallegendeneinheiten. Die nach fachlichen Kriterien entstandene Anzahl von landesweit vergleichbaren Generallegendeneinheiten ist für eine landesweite Legende noch zu differenziert und muss auf eine überschaubare Anzahl von Legendeneinheiten weiter zusammengefasst werden. Der 5-stufige Arbeitsprozess je Kartiereinheit (Einzelfläche) liefert eine aus 5 Ziffern zusammengesetzte Generallegendennummer, die die Grundlage für die weitere Zusammenfassung und Bildung von endgültigen Legendeneinheiten bildet. Da dieses Zuordnungssystem offen ist, braucht bei der Beurteilung der Einzelfläche nicht darauf geachtet werden, ob eine bestimmte Kombination aus den 5 Ziffern bereits existiert. Folgende Schritte der Zuordnung zu einer Generellegendeneinheit und anschließend zu endgültigen Einheit der Landeslegende werden durchgeführt:

1. Schritt:     Zuordnung nach der flächenhaft dominierenden und eventuell vorhandenen subdominierenden Substratgenese innerhalb einer Kartiereinheit.

2. Schritt:     Zuordnung nach einer flächenhaft dominierenden und eventuell vorhandenen subdominierenden Bodenartenschichtung.

3. Schritt:     Zuordnung nach einer flächenhaft dominierenden und eventuell vorhandenen subdominierenden Pedogenese.

4. Schritt:     Zuordnung nach einem dominierenden und subdominierenden ergänzenden Substratmerkmal (egänzend zu Schritt 2).

5. Schritt:     Zuordnung nach einer untergeordneten oder flächenhaft begleitenden Pedogenese (geringe Intensität wie Varietätenmerkmal oder sehr geringer Flächenanteil, ergänzend zu Schritt 4).

6. Schritt:     Zusammenfassung der Generallegendeneinheiten (Ergebnis Schritt 1 - 5) nach der stärksten Ähnlichkeit zur Landeslegende.

Die Generallegendeneinheit (Schritt 1 – 5) fasst die wesentlichen Merkmale einer Bodenformengesellschaft aus einer Kartiereinheit zusammen. Sie wurden zu den Einheiten der Landeslegende zusammengefasst. Die hohe Anzahl von mehreren Tausend Generallegendeneinheiten in den Manuskripten ist durch die hohe Diversität der natürlichen Verhältnisse und durch das Regelwerk bedingt, welches versucht, Unterschiede in der Bodendecke zu berücksichtigen. Für die Landeslegende einer Übersichtskarte ist diese Anzahl zu hoch und wurde durch den 6. Schritt (s.o.) reduziert.

5  Verwendete Kurzzeichen und ihre Bedeutung in der Legende

Die boden- und substratsystematischen Einheiten und ihre Kurzzeichen werden entsprechend den Regeln der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 5. Auflage, Hannover 2005 (weiter als KA 5) bzw. der Systematik der Böden und der bodenbildenden Substrate, Mitteilgn. Dtsch. Bodenkdl. Gesellsch., Bd. 86, 1998 (weiter als Bd. 86) verwendet. Die Abb. 4 zeigt ein Beispiel für die Kombination von Kurzzeichen zur Kenn­zeichnung von Flächenbodenformen in der Legende.

Abb1-BF.jpg

(Alternative Angaben in den Flächenbeschreibungen sind durch Komma getrennt.)

Abb. 4: Beispiel zur Erläuterung der Nomenklatur von Kurzzeichen

5.1 für das Merkmal Substratgenese:

a-       - Flug... (äolisch)

f-        - Fluvi... (fluvilimnogen)

fu-      - Urstromtal...(fluviatil in pleistozänen Tälern)

fo-      - Auen... (fluviatil in Auen)

g-       - Moränen... (glazigen)

og-     - organogen

oj-      - Kipp... (gekippt)

os-     - Spül... (verspült)

p-       - Kryo... (periglaziär)

pas-   - Abspül... (deluvial)

u-       - Hang... (natürlich umgelagert)

5.2 für die Gesamtbodenart, einschl. Carbonat- und Kohlegehalt:

Sande:

s        - Sand

es      - Carbonatsand (2 - < 75 M.-% CaCO3)

(x)s    - Kohle führender Sand (0,5 - < 2 M.-% Corg)

xs      - Kohlesand (2 - < 15 M.-% Corg)

sx      - Sandkohle ( ≥ 30 M.-% Corg)

(k)s    - Kies führender Sand (2 - < 25 Vol.-% Grobbodenart Kies)

(l)s     - Lehm führender Sand (2 - < 25 Vol.-% Lehmbrocken)

[(k)l]s - Sand mit Kies führendem Lehm (2 - < 25 Vol.-% Kies führende Lehmbrocken)

(z)s    - Grus führender Sand (2 - < 25 Vol.-% Grobbodenart Grus)

(n,z)s - Schutt und Grus führender Sand (2 - < 25 Vol.-% Grobbodenarten Schutt und Grus)

(z,n)s - Grus und Schutt führender Sand (2 - < 25 Vol.-% Grobbodenarten Grus und Schutt)

Lehm- und Schluffsande:

ls       - Lehmsand

els     - Carbonatlehmsand (2 - < 75 M.-% CaCO3)

(x)ls   - Kohle führender Lehmsand (0,5 - < 2 M.-% Corg)

(s)l     - Sand führender Lehm (2 - < 25 Vol.-% Sandlinsen, -nester)

eus    - Carbonatschluffsand (2 - < 75 M.-% CaCO3)

Lehme:

l         - Lehm

el       - Carbonatlehm (2 - < 75 M.-% CaCO3)

(u)l     - Schluff führender Lehm (2 - < 25 Vol.-% Schluffbrocken)

(t)l      - Ton führender Lehm (2 - < 25 Vol.-% Tonbrocken)

(k)l     - Kies führender Lehm (2 - < 25 Vol.-% Grobbodenart Kies)

      - Sandlöss (20 - < 50 M.-% Sandanteil, in Verbindung mit wurde auf die Angabe des

            Boden­ausgangsgesteins Los Sandlöss wegen der gleichen Bedeutung verzichtet)

Schluffe:

u        - Schluff

eu      - Carbonatschluff (2 - < 75 M.-% CaCO3)

(x)u    - Kohle führender Schluff (0,5 - < 2 M.-% Corg)

Ton:

t         - Ton

Schutt:

n        - Schutt (³ 75 Vol.-% Grobbodenart Schutt)

Sondersubstrate:

Hn      - Niedermoortorf (³ 30 M.-% OBS)                                 ü        ersetzen

eHn    - Carbonatniedermoortorf (2 - < 75 M.-% CaCO3)             ï wegen der

Fm     - Mineralmudde (5 - < 30 M.-% OBS)                             ý        fehlenden

Fmk   - Kalkmudde (5 - < 30 M.-% OBS)                                 ï Ansprache­-

Fh      - Organomudde (³ 30 M.-% OBS)                                  ï         möglichkeit

Mw     - Wiesenmerge                                                            ï         die Gesamt-

Yn      - anthropogenes Festgestein                                         þ         bodenart

5.3 für Bodenausgangsgesteine:

(b)      - Beckenablagerungen, glazilimnisch

(Lf)     - Auen-/Flusslehm (für alle bindigen Bildungen)

(Lg)    - Geschiebelehm

(Lp)    - Deck-/Geschiebedecklehm

(Mg)   - Geschiebemergel

(Sf)     - Auen-/Flusssand

(Sgf)   - Schmelzwassersand

(Slo)   - Lösssand

(Sp)    - Deck-/Geschiebedecksand

(Ya)    - Asche (i. d. R. Braunkohlenkraftwerksasche)

(Yb)    - Bauschutt

(Yi)     - Industriemüll

()    - Müll

5.4 für Flächenanteilsklassen

Stufe

Flächenanteil (%)

Bezeichnung

1

< 10

selten

2

10 - < 30

gering verbreitet

3.1

30 - < 50

verbreitet

3.2

50 - < 70

überwiegend

4.1

70 - < 90

vorherrschend

4.2

³ 90

fast ausschließlich

 

6  (Flächen-)Bodenformen in der Legende

Bodenformen sind die Kombination von bodensystematischer und substratsystematischer Einheit. Zur Vereinfachung der Legende wurden gewisse Zusammenfassungen bei den Kurzzeichen und Begriffen von Bodenformen vorgenommen, die zu einer Legendeneinheit gehören. Sie werden im Folgenden erläutert.

6.1  Bodensystematische Einheiten

Handelt es sich bei der Angabe dieser Einheiten um eine durch Komma getrennte Aufzählung (s. Abb. 4), ist die Erstangabe die dominierende. Bei einzelnen Flächen einer Legendeneinheit kann es möglich sein, dass eine bodensystematische Einheit in dieser Aufzählung nicht vertreten ist. Diese Form der Aufzählung wurde wie bei den substratsystematischen Einheiten gewählt, um in den Legendeneinheiten Wiederholungen bei der Aufzählung von Bodenformen weitgehend zu vermeiden.

Die Begriffe, die sich aus den Kurzzeichen ergeben, werden teilweise sprachlich zusammengefasst. Generell werden Aufzählungen mehrerer bodensystematischer Einheiten, die sich nur auf dem Varietätenniveau unterscheiden, sprachlich verknüpft, z. B.:   BB, lBB: ... = Braunerde, z. T. lessiviert aus ...

6.2  Substratsystematische Einheiten

Überwiegend wurde in den Legendeneinheiten das Niveau des Substrattyps in den Flächenbodenformen verwendet. Innerhalb eines Tiefenbereiches können mehrere Substratarten durch Komma getrennt aufgeführt sein (z. B. .../g-el,p-l(Mg)//...). Die Zweitangabe ist dann dominierend. Gleichermaßen wird auch mit Teilangaben zu Bodenarten oder Bodenausgangsgesteinen verfahren (z. B. .../p-ls,l(Mg)//... oder oj-(z)es(Yb,Sp)/...). Im Beispiel der Abb. 4 sind zwei liegende Substratarten angegeben. Diese Flächenbodenform steht für i. d. R. mindestens 3-schichtige Abfolgen, die zur Bildung von substratsystematischen Einheiten auf dem Niveau des Typs auf zwei Substratarten in der Abfolge beschränkt sind. Je nach Mächtigkeit der 2. Substratart wird in der substratsystematischen Einheit entweder das 2. oder 3. Substrat in der realen Abfolge für die typisierte Kennzeichnung verwendet. Die Abbildung 4 zeigt somit eigentlich 2 Substrattypen, die nur durch eine unterschiedliche Mächtigkeit der Substratart „p-l(Mg)“ in den realen Abfolgen hervorgerufen werden. Ist dieses Substrat geringmächtig, wird die in der Abfolge und im Ansprachebereich bis 12 dm unter Flur dominierende mächtigere Substratart „g-els(Mg)“ angegeben. Beide Alternativen werden deshalb durch Komma getrennt dargestellt. Einzelne Flä­chen einer Legendeneinheit in der Karte können aber auch nur eine der Alternati­ven besitzen.

Die Begriffe für periglaziäre Substratarten werden entsprechend der Regel nach KA 5, S. 291 ohne Angabe der Kennsilbe Kryo... (Substratgenese „p“) aufgeführt.

Aufgrund der besonderen Verhältnisse in Brandenburg wird auf dem Substrattypenniveau beim Teilmerkmal Substratgenese zur Differenzierung der Substratgenesegruppe „f“ fluvilimnogen die Untergruppe „fo“ Auen ... und „fu“ Urstromtal... sowie bei der Substratgenesegruppe „p“ periglaziär die Unter­gruppe „pasdeluvial gesondert herausgestellt. Vergleichbar dazu wird in der Bodenartenhauptgruppe „s“ Sand die Gruppe „ls“ Lehmsand und „usSchluffsand hervorgehoben. Die begriffliche Umsetzung der Kurzzeichen auf dem verwendeten Niveau erfolgte teilweise mit dem Ziel, möglichst zusammenfassende Begriffe zu bilden. Diese leiten sich jedoch stets aus der Kombination verwendeter Kurzzeichen ab, z. B.:

p-s(Sp)/f-s(Sf) =        (Kryo-)Sand über Urstromtalsand

(das liegende Substrat Urstromtalsand ergibt sich als weichsel- bis spätweichselzeitliches Sediment gegenüber holozänem Flusssand aus der periglaziären Überprägung des hangenden Substrates. Auf die begriffliche Umsetzung des Kurzzeichens für das Bodenausgangsgestein kann bei diesem Substrat verzichtet werden, da es keinen zusätzlichen bodenkundlich relevanten Informationsgewinn beinhaltet).

In Einzelfällen werden trotz vollständiger Kombination von Kurzzeichen eines Substrates die Begriffe nur mit Hilfe des Bodenaus­gangsgesteins gebildet, da dieses einen hinreichend zusammenfassenden Begriff liefern kann, z. B.:

p-s(Sp)/f-s(Sgf)=       (Kryo-)Sand über Schmelzwassersand

(beim liegenden Substrat ersetzt der Gesteinsbegriff „Schmelzwassersand“ den nach KA 5 geregelten Begriff „Fluvisand aus Schmelzwassersand“).

6.3  (Flächen-)Bodenformen

Die Bodenform als Kombination von boden- und substratsystematischer Einheit wurde als Kurzzeichen und Begriff nach den Regeln der KA 5 bzw. des Bd. 86 gebildet. Häufig unterscheiden sich die Bodenformen entweder durch unterschiedliche Substrattypen bei gleicher bodensystematischer Einheit oder durch unterschiedliche bodensystematische Einheiten bei gleicher substratsystematischer Einheit (s. Abb. 4). Zur Vereinfachung bzw. Reduzierung der Begriffe wurden diese Fälle unter Berücksichtigung der Flächenanteilsklassen sprachlich verknüpft, wie das folgende Beispiel aus einer Legendeneinheit demonstriert:

  überwiegend Braunerden, z. T. lessiviert und verbreitet Fahlerde-Braunerden und  

  Braunerde-Fahlerden aus Sand über Lehm, z. T. Moränencarbonatlehmsand.

  BB, lBB: p-s(Sp)/g-els,p-l(Mg)[3.2]; LF-BB, BB-LF: p-s(Sp)/g-els,p-l(Mg)[3.1]

In diesem Beispiel werden sprachlich die bodensystematischen Einheiten der beiden Bodenformen mit der Verbreitung und erst zuletzt gemeinsam mit der substratsystematischen Einheit verknüpft, weil diese in den Bodenformen gleich ist. Aufgrund der Bedeutung der Lehmsande in Brandenburg wird das Niveau des Substrattyps bei der Gesamtbodenart des betreffenden Substrates unterschritten.

Die Kurzzeichen enthalten gegenüber dem Text einer Legendeneinheit „seltene“ Flächenbodenformen, die mit der Anteilsklasse „[1]“ (< 10 Flächen-%) symbolisiert werden. Bei besonderer Bedeutung werden sie auch im Text berücksichtigt.

6.4  verwendete Kurzzeichen und ihre Bedeutung in den Profilen

Die Kurzzeichen für Horizontsymbole, Bodenartenuntergruppen, Skelett-, Humus- und Carbonatgehaltsklassen sowie zur Einstufung der Bodenreaktion entsprechen den Einteilungen der KA 5. Andere Kurzzeichen sind oben erläutert.

Dezernat Bodengeologie

            Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe

Inselstraße 26

03046 Cottbus

Tel. (0355) 48640-151

 

Quellen:

Aey, W. (1996): Erläuterungen zu den anthropogenen Bodeneinheiten der BÜK 200, Blatt Berlin. - Büro für Landschaftsökologie, Berlin (unveröff. Ber.).

AG-Boden (1994): Bodenkundliche Kartieranleitung. - 4. Auflage, Hannover.

AG-Boden (2005): Bodenkundliche Kartieranleitung. - 5. Auflage, Hannover.

AG-Boden (2000): Methodendokumentation Bodenkunde. - 2. Auflage, Hannover.

Arbeitskreis Bodensystematik (1998): Systematik der Böden und der bodenbildenden Substrate Deutschlands. - Mitteilgn. Dtsch. Bodenkdl. Gesell., Bd. 86, Oldenburg.

Grenzius, R. (1987): Die Böden Berlins (West) – Klassifizierung, Vergesellschaftung, ökologische Eigenschaften. - Diss. A, TU Berlin.

ISSS-ISRIC-FAO (1998): World Reference Base for Soil Ressources. - FAO, World Soil Ressources Report No. 84, Rome.

Janetzko, P. & Schmidt, R. (1995): Norddeutsche Jungmoränenlandschaften. - In: Handbuch der Bodenkunde, 1-36, ecomed Landsberg/Lech.

Kühn, D. (1998): Anleitung zur Erarbeitung einer Bodenkarte im Maßstab 1 : 50 000 (BÜK 50) für das Land Brandenburg. - Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg, Kleinmachnow (unveröff. Ber.).

Kühn, D. (2002): Bodengeologie - Ertragspotenzial.- In: Stackebrandt, W. & Manhenke, V. (2002): Atlas zur Geologie Brandenburgs. - Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg, Kleinmachnow.

Kühn, D. (2002): Leitbodengesellschaften.- In: Stackebrandt, W. & Manhenke, V. (2002): Atlas zur Geologie Brandenburgs. - Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg, Kleinmachnow.

Lieberoth, I. (1982): Bodenkunde. - Dt. Landwirtschaftsverlag Berlin.

Lippstreu, L. (1995): Brandenburg. - In: Benda, L. (Hrsg.): Das Quartär Deutschlands. - Berlin-Stuttgart.